Pyrotechnik im LARP

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Pyrotechnik im LARP

Der Einsatz von Pyrotechnik auf einem CON ist ein schwierig zu managendes Thema. Generell gilt es hierbei für den Veranstalter das Sprengstoffgesetz zu beachten, welches in weiteren Vorschriften und Gesetzen / angrenzenden Rechtsgebieten, wie etwa das Waffengesetz oder die Gefahrgutverordnung, näher erläutert wird.

Zu Beginn der Thematik müssen wir uns erst einmal darüber klar werden wie man pyrotechnische Gegenstände unterteilt. Hierbei unterscheidet man grundsätzlich in Gegenstände für Vergnügungszwecke und solche für technische Zwecke.

Klasse I: Kleinstfeuerwerk, Feuerwerksspielwaren und Scherzartikel, max. Satzmenge ( Anfeuerung, Treib- und Effektsatz) 3g, Max. Knallsatzmenge: 0.5g Nitrocellulose oder 2,5g Silberfulminator oder 7,5g Chlorat- oder Perchloradsätze.)

Pyrotechnik dieser Klassifizierung darf ohne zeitliche Beschränkung von Personen im geschäftsfähigen Alter erworben und angewendet werden.

Klasse II: Silvesterfeuerwerk, max. Satzmenge: 50g, max. Knallsatzmenge: 10g Schwarzpulver oder 10g Chlorat- oder Perchloratsätze, 20g in Raketen, davon max. 10g Effektsatz, max. 2500g Bengalpulver. Pyrotechnik dieser Klassifizierung darf nur vom 28. – 31.12. gekauft und lediglich am 31.12.,  01.01. und nach  Anmeldung / Genehmigung des Amtes eingesetzt werden.

 

Die folgenden Klassifikationen bedürfen einer Sondererlaubnis bzw. eines Befähigungsscheines laut dem Sprengstoffgesetzt. Die eingesetzte Pyrotechnik darf in diesem Fall auch lediglich von dem Scheininhaber erworben und abgebrannt werden.

Klasse III: Gartenfeuerwerk, max. Satzmenge: 250g, Max. Knallsatzmenge: 100g Schwarzpulver oder 50g andere Nitratgemische, 75g in Raketen, max. 800g in zusammengesetzten Gegenständen ( max. 12 Teile) 40g Schwarzpulver oder 20g andere Nitratgemische in Raketen

Klasse IV: Großfeuerwerk, max. Satzmenge: unbegrenzt, Max. Knallsatzmenge: unbegrenzt

Feuerwerkskörper der Klassen III und IV können nur von Personen mit den oben erwähnten Erlaubnissen aus dem SprengG erworben und auch nur von diesen abgebrannt werden.

 

Im Bereich der technischen Pyrotechnik (T), dem so genantes Bühnenfeuerwerk, sind folgende Merkmale ausschlaggebend:

Nebel- und Rauchmittel:
1. dürfen keine hochgiftigen oder stark ätzenden Stoffe entwickeln,
2. dürfen keine Gefahren durch Glut, Hitze, Funken, Feuer verursachen
3. dürfen keine rußbildenden Stoffe enthalten
4. Abbrand nur an festen Standort

Leuchtmittel:
1.-3. s.o.
4. dürfen keine Funken oder abtropfende Schlacke bilden

Funkensprühende Mittel:
1. bei unbeabsichtigter Explosion dürfen sich keine Splitter bilden
2. Sprühweite max. 5m, Dauer max. 20s
3. max. 50g pyrotechnischer Satz
4. kein Gemisch aus Ba(NO3)2, S, Al5. es dürfen sich keine weiteren Verbrennungsprodukte durch Reaktion bilden

Nitrocellulose:
1. bei Aufbewahrung min. 25% Feuchte
2. max. 12,6% Stickstoff

Blitzeffekte:
1. es dürfen sich keine Splitter bilden
2. nur elektrische Zündung
3. keine grössere Funkenbildung
4. max. 15g pyrotechnischer Satz; Bühnenfeuerwerk der Unterklasse T2 unbegrenzt.

Generell gilt, technische Pyrotechnik der T – Klasse mit Antrieb (Ausstoßladung) werden in die Unterklasse T2 eingeordnet und bedürfen wiederum besagter Sprengstoffhandhabungsbescheinigung.

„Pyrotechnische Gegenstände der Unterklasse T1 dürfen von Personen über 18 Jahren ohne zeitliche Begrenzung gekauft und von diesen verwendet werden. Pyrotechnische Gegenstände der Unterklasse T2 können nur von Personen mit der Erlaubnis nach §7 oder §27 oder einem Befähigungsschein nach §20 SprengG erworben und von diesen abgebrannt werden.“

Nachdem wir uns nun über die Klassifizierungen klar geworden sind und wissen, dass man lediglich Klasse 1 bzw. T1 ohne Sprengstofftechniker einsetzen kann bleibt die Frage wie mutig die jeweilige Orga das Thema angehen möchte. Denn eines bleibt klar: Kommt jemand auf eurem CON zu Schaden stellt sich die Haftungsfrage (wie bei anderen Schäden auch).

Hinweise

  • Lasst keine Pyrotechnik von Spielern zu und wenn doch lasst jeden Artikel euch zeigen!
  • Besorgt euch richtiges Zündequipment. Feuerzeuge führen zu 90% zu Verbrennungen an den Fingern.
  • Nutzt feuerfeste Unterlagen (Bsp. Pyroschalen) um unschöne Brandlöcher im Rasen zu vermeiden.
  • Achtet auf Waldbrandstufe, Bodenbeschaffenheit, Sicherheitsabstände und Wind!
  • Wartet bis sich die Pyrotechnikreste (insbesondere Bengalschlacke) abgekühlt haben!
  • Räumt wieder vollkommen auf!
  • Haltet Branddecken, Sand und Wasser / Feuerlöscher bereit!

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